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11.09.2024

Erbschein beantragen


Das Thema Erbschein beantragen wirft viele Fragen auf: Muss ich einen Erbschein beantragen? Wann und wo kann ich den Erbscheinsantrag stellen? Einige häufige Fragen und Antworten finden Sie in diesem Artikel.

Was ist ein Erbschein und wofür wird er benötigt?

Ein Erbschein ist ein offizielles Dokument, das vom Nachlassgericht ausgestellt wird und den Erben als rechtmäßigen Nachfolger des Verstorbenen ausweist. Mit einem Erbschein können Sie nachweisen, dass Sie berechtigt sind, den Nachlass des Erblassers zu verwalten und darüber zu verfügen.
Der Erbschein ist insbesondere bei Immobilienangelegenheiten und zum Teil bei Bankangelegenheiten erforderlich. Banken verlangen oft einen Erbschein, um Konten freizugeben, und Grundbuchämter benötigen ihn, um Eigentumsübertragungen zu veranlassen.

Ist derjenige, der auf dem Erbschein steht rechtskräftiger Erbe?

Nicht unbedingt! Der Erbschein hat lediglich eine öffentliche Glaubenswirkung, das heißt im Rechtsverkehr darf man sich auf die Richtigkeit des Inhalts verlassen.
Wenn sich der Inhalts des Erbscheins nachträglich als falsch herausstellt (z.B. weil noch ein Testament gefunden wird), dann wird der unrichtige Erbschein eingezogen.
Eine endgültige rechtskräftige Entscheidung, wer Erbe geworden ist, kann nur über eine Erbenfeststellungsklage erreich werden.

Brauche ich einen Erbschein trotz Testament?

Wenn ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag vorliegt, benötigen Sie meist keinen Erbschein. Ein handgeschriebenes Testament ersetzt den Erbschein dagegen nicht, sodass Sie z.B. zur Berichtigung des Grundbuchs einen Erbschein beantragen müssen.

Erbschein: Wo beantragen?

Den Erbscheinsantrag können Sie beim zuständigen Nachlassgericht stellen. Das Nachlassgericht ist in der Regel das Amtsgericht am Wohnort des Verstorbenen. Sie können den Antrag nach Terminsvereinbarung beim Amtsgericht persönlich stellen oder einen Notar beauftragen.
Folgende Unterlagen sind regelmäßig erforderlich:
  • Sterbeurkunde des Erblassers
  • Familienstammbuch oder Geburtsurkunden
  • falls vorhanden: Testament, dieses muss jedoch schon unverzüglich nach Kenntnis des Todesfalls eingereicht werden
  • Personalausweis oder Reisepass
Je nach individueller Situation können weitere Unterlagen notwendig sein. Es ist ratsam, sich vorab beim zuständigen Nachlassgericht zu informieren, um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Dokumente vollständig sind.

Wie lange dauert es, bis der Erbschein ausgestellt wird?

Die Dauer der Ausstellung eines Erbscheins kann variieren. Im Allgemeinen dauert es etwa vier bis acht Wochen, bis der Erbschein vom Nachlassgericht ausgestellt wird. Die genaue Zeitspanne hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Komplexität des Nachlasses und der Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen.
Wenn alle erforderlichen Dokumente vollständig und korrekt vorliegen, kann der Prozess schneller ablaufen. Es ist ratsam, im Vorfeld sicherzustellen, dass alle benötigten Unterlagen, wie das Testament und Sterbeurkunden, bereitgestellt werden, um Verzögerungen zu vermeiden. Bei Unklarheiten oder Streitigkeiten im Erbfall kann sich die Bearbeitungszeit jedoch verlängern.

Wie lange Zeit habe ich um einen Erbschein zu beantragen?

Es gibt keine Zeitvorgabe, wann Sie einen Erbschein beantragen müssen. Sie sollten den Erbschein beantragen, wenn Sie ihn benötigen. Dies ist in der Regel kurz nach dem Erbfall, um den Nachlass zu regeln. In manchen Fällen wird der Erbschein auch erst Jahre oder Jahrzehnte nach dem Erbfall beantragt, um noch Grundbesitz im Grundbuch umschreiben zu lassen.

Kann man einen Erbschein ohne Notar beantragen?

Ja, Sie können einen Erbschein auch direkt beim Nachlassgericht beantragen. Hier ist in der Regel ein Termin notwendig, da Sie eine eidesstattliche Versicherung abgeben müssen. Rein per Post oder online kann ein ERbscheind daher nicht beantragt werden.

Was passiert wenn man den Erbschein nicht beantragt?

Häufg stellt sich die Frage: Ist der Erbschein notwendig? Sie benötigen den Erbschein, um in manchen Konstellationen Ihre Stellung als Erbe nachzuweisen. Wenn Sie Erbe aufgrund eines notariellen Testaments geworden sind, benötigen Sie gar keinen Erbschein, da das notarielle Testament mit Eröffnungsniederschrift ausreicht.
In anderen Fällen wird es Ihnen ohne Erbschein nicht gelingen, Nachlassimmobilien im Grundbuch auf Sie umschreiben zu lassen oder diese zu veräußern. In komplizierten erbrechtlichen Konstellationen werden Banken ohne Erbschein auch die Konten nicht freigeben.

Kann man einen Erbschein alleine beantragen?

Auch wenn es mehrere Erben oder Streit gibt, wer Erbe geworden ist, können Sie alleine einen Erbschein beantragen. In der Regel macht es aber Sinn, einen Erbschein zu beantragen, der alle Miterben nach Quote ausweist.
Um nicht alleine auf den Kosten sitzen zu bleiben, sollten Sie auch die Miterben fragen, ob der Erbschein auf Kosten aller gemeinsam beantragt werden kann.

Was kostet es einen Erbschein zu beantragen?

Die Kosten bzw. Gebühren für den Erbschein richten sich nach dem Nachlasswert. Je höher der Nachlasswert ist, desto mehr Kosten entstehen. Im Internet finden Sie entsprechende Erbschein Gebührenrechner oder auch Erbschein Kosten Tabelle.

Was kostet es einen Erbschein zu beantragen?

Das Nachlassgericht berechnet die Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Ein grober Richtwert ist, dass die Gerichtsgebühren etwa 1% des Nachlasswertes betragen. Zusätzlich dazu können Notarkosten anfallen, insbesondere wenn ein gemeinschaftlicher Erbschein benötigt wird oder eine notarielle Beglaubigung erforderlich ist.
Weitere Informationen zu erbrechtlichen Themen erhalten Sie auf unserer Standortseite Erbrecht Kempten.
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