menzundpartner logo
Jetzt anrufen
MemmingenKemptenIllertissenVöhringen
Alle Rechtsgebiete
ArbeitsrechtBaurechtErbrechtFamilienrechtGesellschaftsrechtMietrechtStrafrechtSteuerberatungVerwaltungsrecht
Team Vorträge News Referenzen Kosten
  • Team

  • Vorträge

  • News

  • Referenzen

  • Kosten

Zum Hauptinhalt springen
Person vor Entscheidung

Alle News

17.04.2024

Erbe ausschlagen: Die wichtigsten Fragen und Antworten


Bei der Ausschlagung des Erbes stellen sich viele Fragen. Oft ist dieser Schritt getrieben von der unbegründeten Angst Schulden zu erben. Doch auch eine unterlassene Ausschlagung kann eine Vielzahl von Problemen mit sich bringen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten.

1. Wann beginnt die sechswöchige Ausschlagungsfrist?

Die Frist beginnt nach § 1944 BGB, wenn Sie Kenntnis haben vom (1.) Todesfall und (2.) dass Sie als Erbe berufen sind. Dies ist in der Regel erst dann der Fall, wenn Sie vom Nachlassgericht benachrichtigt werden, dass Sie Erbe sind.
Tipp: Die Frist beginnt also nicht schon ab dem Todesfall zu laufen.

2. Was darf man trotzdem, wenn man das Erbe ausschlägt?

Wenn Sie das Erbe ausschlagen möchten, müssen Sie sich mit Handlungen in Bezug auf den Nachlass zurückhalten. Denn wenn Sie Handlungen vornehmen, die sonst nur ein Erbe macht, kann dies bereits als Annahme des Erbes gelten. Sie können dann nicht mehr ausschlagen!
Nachdem Sie ausgeschlagen haben, haben Sie mit dem Nachlass nichts mehr zu tun. Als Angehöriger dürfen Sie sich trotzdem um die Bestattung kümmern. Auch die Mitteilung des Todesfalls an wichtige Stellen ist erlaubt. Viele andere Handlungen (z.B. Nachlassgegenstände verkaufen oder an sich nehmen) dürfen Sie nicht mehr.

3. Wer erbt dann, wenn Sie ausschlagen?

Wenn Sie ausschlagen, dann erbt derjenige, der nach Ihnen zum Erben berufen ist. Der Erblasser kann in seinem Testament einen "Ersatzerben" bestimmen, der an Ihre Stelle tritt. In der gesetzlichen Erbfolge werden in der Regel Ihre Abkömmlinge, Eltern, oder Geschwister an Ihre Stelle treten.

4. Wer schlägt das Erbe für Kinder aus?

Für minderjährige Kinder müssen beide Elternteile die Erbschaft ausschlagen. Nach § 1643 Abs. 3 BGB muss dies in speziellen Fällen gerichtlich genehmigt werden.

5. Bei welchem Amtsgericht kann man das Erbe ausschlagen?

Das Erbe können Sie am zuständigen Amtsgericht ausschlagen, bei welchem das Nachlassverfahren läuft. Dies ist in der Regel dort, wo der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte. Sie können das Erbe auch an dem Amtsgericht ausschlagen, an dem Sie wohnen. Achten Sie hier unbedingt darauf, die Ausschlagung rechtzeitig zu erklären, sodass die Erklärung noch an das zuständige Gericht weiterleiten kann.

6. Wann kann man das Erbe ausschlagen?

Sie können das Erbe ab dem Todesfall ausschlagen. Sie können also auch sofort nach dem Tod ausschlagen, auch wenn Sie noch gar nicht wissen, ob Sie Erbe werden.

7. Sollte ich eine unbekannte Erbschaft vorsichtshalber ausschlagen?

Wenn Sie eine unbekannte Erbschaft aus Angst vor Schulden ausschlagen, dann erhalten Sie die Erbschaft nicht wieder, auch wenn sich diese als werthaltig herausstellt.
Wenn sich der Nachlass als überschuldet herausstellt, dann können Sie die Annahme wegen Irrtums anfechten oder notfalls ein Nachlassinsolvenzverfahren mit überschaubaren Kosten einleiten.
Aus diesem Grund wird häufig empfohlen, eine unbekannte Erbschaft tendenziell eher anzunehmen.
Tipp: Erforschen Sie die Lebensumstände des Verstorbenen. Eine Mietwohnung, Sozialhilfebezug und langjährige Krankheit deuten häufig auf einen überschaubaren Nachlass hin. Ein lukrativer Beruf und ein Eigenheim können für einen werthaltigen Nachlass sprechen.

8. Können Geschwister das Erbe ausschlagen?

Ja, auch Geschwister können wie jede andere Person das Erbe ausschlagen.

9. Wann macht eine Ausschlagung Sinn?

Durch eine Ausschlagung kann auch nach dem Erbfall noch in beschränktem Maße Einfluss auf die Nachlassverteilung genommen werden. Damit kann ggf. eine Verteilung erreicht werden, die Ersparnisse bei der Erbschaftssteuer ermöglicht.
Tipp: Sie können auch eine testamentarische Erbschaft ausschlagen, aber die gesetzliche Erbfolge annehmen.

10. Kann man ein Erbe ohne Notar ausschlagen?

Ja, wenn Sie die Ausschlagung zu Protokoll des Gerichts erklären. ACHTUNG: Ein einfacher Brief genügt nicht.

11. Kann man ein Erbe online ausschlagen?

Nein, ein Erbe kann nicht online ausgeschlagen werden. ACHTUNG: Eine Mail o.ä. genügt nicht, sondern führt zum Fristablauf und damit der Annahme der Erbschaft.

12. Kann man ein Erbe nur teilweise ausschlagen?

Nein, ein Erbe kann nur als Ganzes angenommen oder ausgeschlagen werden. Entweder erben Sie also alles (auch enthaltene Schulden), oder gar nichts.

13. Kann man ein Erbe zugunsten der Kinder ausschlagen?

Ja, ein Erbe kann auch taktisch deshalb ausgeschlagen werden, damit die eigenen Kinder erben. Dies kann z.B. Erbschaftssteuer sparen. Besprechen Sie den Fall aber unbedingt mit einem Anwalt für Erbrecht, damit die Erbschaft durch die Ausschlagung nicht aus Versehen anderen Personen anfällt.

Fazit:

Die Annahme oder Ausschlagung einer Erbschaft ist häufig eine Entscheidung von großer Tragweite. Bevor Sie leichtfertig eine Erklärung abgeben sollten Sie den Fall unbedingt mit einem auf Erbrecht spezialisierten Anwalt besprechen. Jeder Erbfall ist anders und die Erfahrung des Anwalts kann Ihnen großen Ärger ersparen.
Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen als erfahrene Kanzlei im Erbrecht gerne zur Verfügung. Eine Erstberatung kostet bei uns 250,00 € inkl. USt. Termine sind in unseren Kanzleiräumen in Memmingen, Kempten und Illertissen sowie telefonisch oder per online-Meeting möglich.
Media

Kontakt aufnehmen

info@menzundpartner.de+49 8331 / 950 00

Weitere Beiträge

  • Das Bild zeigt einen Bagger auf einer Baustelle
    Außenbereich „im Innenbereich“
    Der in der Praxis häufig verwendete Ausdruck „Außenbereich im Innenbereich“ ist kein gesetzlicher Begriff. Gemeint sind regelmäßig Freiflächen innerhalb einer sonst geschlossenen Ortslage, die planungsrechtlich dennoch dem Außenbereich zuzuordnen sind – kurz: Außenbereichsinseln. Für Vorhabenträger wie für Gemeinden im Raum Memmingen und Unterallgäu stellt sich dann die zentrale Frage: Welche Bebauung – insbesondere Wohnbebauung – ist dort zulässig? Die Antwort entscheidet sich an der präzisen Abgrenzung zwischen unbeplantem Innenbereich (§ 34 BauGB) und Außenbereich (§ 35 BauGB) sowie an den satzungsrechtlichen Instrumenten zur Steuerung der Innenentwicklung.
    Weiterlesen
  • Anwalt zeigt mit Finger auf Waage
    Änderungen im bayerischen Kommunalrecht 2026
    Am 8. März 2026 fanden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Mit dem Beginn der neuen Amtsperiode stehen Städte, Gemeinden und Landkreise vor zentralen rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen. Insbesondere die konstituierende Sitzung wirft zahlreiche Fragen auf – von der Fraktionsbildung über die Besetzung von Ausschüssen bis hin zur Anpassung der Geschäftsordnung.
    Im Folgenden geben wir Ihnen einen verständlichen und praxisnahen Überblick über die wichtigsten Änderungen – insbesondere auch anhand aktueller Rechtsprechung- im bayerischen Kommunalrecht seit der letzten Wahlperiode 2020. Dies betrifft allgäuer Städte wie Memmingen und Kempten, aber auch kleinere Gemeinden gleichermaßen.
    Weiterlesen
  • Ältere Hand unterschreibt ein Dokument.
    Enterben wegen Kontaktabbruch
    Familienkonflikte können dazu führen, dass über viele Jahre kein Kontakt mehr besteht. In solchen Situationen stellt sich häufig die Frage, ob ein Kind oder ein anderer Angehöriger wegen Kontaktabbruch enterbt werden kann. Viele Betroffene möchten verhindern, dass eine Person, zu der seit langem kein Verhältnis mehr besteht, später am Nachlass teilnimmt.
    Weiterlesen
Alle Neuigkeiten ansehen
info@menzundpartner.de+49 8331 / 950 00
Logo Blau
  • Downloads
  • Jobs
  • Impressum
  • Datenschutz
  • youTube
  • instagram
  • facebook
  • linkedIn